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OTL Kopfhörerverstärker anpassen

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OTL Kopfhörerverstärker anpassen

Von Brinkhoffsnr1 am 05.05.2009 14:11

Hallo

Ich habe mir den hier vorgestellten OTL Röhrenverstärker gebaut und bin prinzipiell sehr zufrieden. Mit meinem momentan verwendeten alten AKG K240 Monitor Kopfhörer mit 600Ohm Impedanz läuft er auch sehr gut.
Voller Lobeshymnen gab ich ihn nun einem Bekannten zum testen mit. Dieser benutzt einen nur minimal jüngeren AKG K280 Parabolic Kopfhörer mit 75Ohm Impedanz.
Er bemerkte ein Kratzen bei mittleren Lautstärken. Nach Recherche im Internet vermute ich eine Fehlanpassung, da die ursprüngliche Schaltung wohl für Impedanzen zwischen 300 und 1000Ohm bestimmt war.
Für mich eigentlich nicht tragisch, funktioniert der vorhandene Kopfhörer doch wunderbar.
Jetzt steht jedoch ein neuer Kopfhörer ins Haus.
Impedanz 32Ohm! Das gibt sicherlich Probleme.
Kennt jemand eine Möglichkeit den OTL anzupassen?
Natürlich würde das mit einem passenden Übertrager (10:1) gehen. Jedoch Thema OTL verfehlt! Auch mit einem 470Ohm Stereopoti im Ausgang? Dies ist mein erstes OTL-Projekt. Ich bitte um Nachsicht!

Von loetadmin am 06.05.2009 13:15

Das dürfte schwierig werden, die OTL verstärker sind halt leider meist für höhere Impedanzen ausgelegt.

Es gibt Schaltungskonzepte, bei denen andere Endstufenröhren verwendet werden, auch hab ich schon Verstärker gesehen, die mehrere Röhren parallel schalten, um eine niedrige Impedanz zu erhalten.

zu diesem OTL:

Auf der Homepage von John Broskie (http://www.tubecad.com/) gibt es einen Artikel über diese Art von Verstärkern (White Cathode Follower) in welchem gezeigt wurde, wie man durch speziell berechnete Widerstände diese Schaltung noch besser an niederohmige Kopfhörer anpassen kann.

http://www.tubecad.com/october99/page6.html
(Englisch)
Vielleicht hilft das weiter.

Von Brinkhoffsnr1 am 14.05.2009 21:33

Hallo

Danke für die schnelle Antwort.
Nachdem es sich als wirklich schwierig herausgestellt hat den OTL Kopfhörerverstärker in der bestehenden Schaltung niederohmiger auszuführen lasse ich jetzt doch alles beim alten und verwende einfach einen passenden Kopfhörer.
Leider gibt es jetzt ein anderes Problem.
Da mir der Bassbereich des Verstärkers nicht richtig gefiel probierte ich andere Röhren. E188CC, E88CC,E85CC und 6922. Die 6922 EH fand ich persönlich am besten. Aber in keinem Fall konnte der Bassbereich mit dem Kopfhörerausgang des CD-Players mithalten. Und hier gab es dann auch das Problem. Da ständig hin und her geswitcht wurde, wurde kurzzeitig der OTL ohne Last betrieben. Nunsteuert er schon beim einschalten voll durch, ist nict mehr regelbar. Einfach nur krachend laut. Auf beiden Kanälen. Rechts jedoch mehr. Mit allen Röhrentypen. Kann mir das jemand erklären? Was könnte defekt sein?
Danke

Von loetadmin am 15.05.2009 06:19

naja, viel kann da ja nicht kaputt gehen, und fast Teile lassen sich ziemlich problemlos mit einem Multimeter prüfen.


eventuell die Z-Dioden in der Ausgangsschutzschaltung, wenn die defekt sind, kann es zu Verzerrungen kommen.

Vielleicht ists ja auch ein mechanisches Problem, irgend ein Kontakt oder eine Lötstelle...

Basswiedergabe finde ich jedenfalls nicht schlechter als bei anderen Verstärkern auch, die untere Grenzfrequenz sollte niedrig genug sein...

Von Brinkhoffsnr1 am 15.05.2009 08:38

Hallo

Und wieder kam postwendend die Antwort! Klasse! Danke dafür.

Ja genau, viel kann da ja nicht kaputt gehen!
Mir fällt kein Bauteil ins Auge, welches ich sofort als "Schuldigen" ausmachen könnte. Ich hab schon schlaflose Nächte wegen dem Ding.
Heute morgen hab ich mir schon eine Menge Gedanken darüber gemacht.
Könnte ich beim rausziehen des Kopfhörers aus der Klinkenbuchse einen Kurzschluss oder Masseschluss erzeugt haben? Eher unwarscheinlich, sollte die Klinkenbuchse doch konstruktiv so etwas nicht zulassen dürfen.
Hat mein Alps Poti eine Macke und bspw. die Masse hängt irgendwo in der Luft? Poti vielleicht Schleifer defekt und 0Ohm? Kommt schon eher in Frage da beim einschalten mit aufkommender Röhrenheizung die Lautstärke sofort ins unermessliche ansteigt. Der Fehlerverlauf stellt diese Theorie jedoch auch auf den Kopf. Zur besseren Anschauung beschreibe ich nochmal. Um einen Vergleich verschiedener Röhrentypen mit dem Kopfhörerausgang des CD-Players herstellen zu können wurden die Röhren immer bei ausgeschaltetem Gerät getauscht. Bei den ersten Versuchen wurde auch der Kopfhörer nur bei ausgeschaltetem Gerät ausgesteckt. Das ständige aus und einschalten wurde dann natürlich lästig. Bereits nach erstmaligem ausstecken des Kopfhörers bei eingeschaltetem Gerät unter Signal muss der Fehler passiert sein. Bereits beim einstecken des Kopfhörers war das Ausgangssignal so ohrenbetäubend groß das einem der Kopf platzt. Am Poti wurde vorher nichts verstellt, ein verstellen des Potis brachte jedoch keinerlei Änderung. Ich kann also auch ausschließen das beim Röhrenwechsel etwas passiert sein könnte. Er funktionierte ja danach noch. Offensichtlich ist die Kurzschlusstheorie nicht abwägig. Die Z-Dioden werde ich heute Nachmittag mal testen. Das war schon mal ein guter Tip. Vielleicht kann meine Fehlerbeschreibung ja noch Aufschluss über weitere Fehlermöglichkeiten liefern.
Ich bin für jeden Tip dankbar.

Von Brinkhoffsnr1 am 15.05.2009 12:57

So, das hat mir dann doch keine Ruhe gelassen.

Ich habe gerade nachgemessen.
Es ist tatsächlich so das der Klinkenstecker beim rausziehen den rechten Kanal gegen Masse brückt. Da hat es also doch etwas heftiger gescheppert. Ich vermute jetzt das eine der Z-Dioden das zeitliche gesegnet hat. Möglicherweise auch einer der Kondensatoren vor der Sicherung. Werde nachher mal berichten.

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